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Klimagerechtigkeit:Klimagerechtigkeit ist zutiefst ökumenische Aufgabe

Ökumenische Rundschau widmet sich der ÖRK-Dekade für Klimagerechtigkeit
Pflanze von Sonne bestrahlt

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) in Genf hat im vergangenen Jahr eine Klimadekade (2025-2034) ausgerufen, um einen tiefgreifenden Wandel im Umgang mit der Schöpfung anzuregen. Dieser Dekade widmet sich die gerade erschienene Ökumenische Rundschau (ÖR), die von Fernando Enns (Amsterdam, Hamburg) und Stephan von Twardowski (Reutlingen) mit Beiträgen aus der weltweiten Ökumene konzipiert wurde und verschiedene Positionen und Perspektiven zu der Frage nach Klimagerechtigkeit miteinander vereint. Gemeinsam kommen die beiden Theologen zu dem Fazit, dass Klimagerechtigkeit eine zutiefst ökumenische Aufgabe ist.

Die Dekade versteht sich als „mutige und im Gebet gründende Antwort“ auf die sich zuspitzende globale Klimakrise. Sie ruft Kirchen, ökumenische Partner sowie Menschen guten Willens dazu auf, Verantwortung zu übernehmen, Buße zu tun und sich aktiv für Klimagerechtigkeit einzusetzen. Ziel ist ein tiefgreifender Wandel – eine „ökologische Metanoia“ –, die den Umgang mit der Schöpfung grundlegend verändert.

„Die Klimakrise ist nicht nur eine ökologische oder politische Herausforderung, sondern stellt grundlegende moralische, spirituelle und theologische Fragen“, betonen die Herausgeber. Es gehe um Gerechtigkeit, Frieden und die Zukunft allen Lebens auf der Erde. „Die Frage nach Klimagerechtigkeit ist eine Frage nach dem gemeinsamen Leben in der einen Welt – und damit eine zutiefst ökumenische Aufgabe“, so die Herausgeber der Ökumenischen Rundschau.

In ihrer ersten Ausgabe des 75. Jubiläumsjahrganges greift die in der Evangelischen Verlagsanstalt (EVA) Leipzig erscheinende ökumenische Fachzeitschrift „Die Ökumenische Rundschau“, die vom Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) unter dem Motto „Gemeinsam in ökologischer metanoia für den Wandel“ im vergangenen Jahr in Johannesburg ausgerufene Klimadekade auf. Ein besonderer Schwerpunkt der Ausgabe liegt auf dem offiziellen Rahmenkonzept der „Ökumenischen Dekade der Klimagerechtigkeit“, das im Heft dokumentiert wird. Es versteht die kommenden Jahre als einen gemeinsamen Weg der Umkehr und Transformation.

Die Beiträge des Heftes beleuchten die komplexen Zusammenhänge von Klimawandel, globaler Ungerechtigkeit und theologischer Verantwortung aus unterschiedlichen Perspektiven. Sie reichen von grundlegenden Reflexionen über das Verhältnis von Theologie und Ökologie (Erzdiakon John Chryssavgis) bis hin zu ethischen, interreligiösen und generationenübergreifenden Fragestellungen (Ruben Zimmermann). Dabei wird deutlich: Klimagerechtigkeit ist eine zentrale Aufgabe ökumenischer Zusammenarbeit und verlangt konkrete Schritte auf individueller, kirchlicher und gesellschaftlicher Ebene.

Auch kritische und weiterführende Stimmen kommen zu Wort, etwa aus ökofeministischer, dekolonialer und queerer Theologie (Marilú Rojas Salazar), die die Klimakrise als Ausdruck tief verwobener globaler Ungleichheiten analysieren (Sarah Nahar). Beiträge junger Ökumenikerinnen und Ökumeniker unterstreichen zudem die Dringlichkeit rechtlicher und politischer Maßnahmen im Sinne zukünftiger Generationen (Kevin W. Maina).