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Es reicht. Mehr Mut zu Suffizienz!
Es reicht. Mehr Mut zu Suffizienz!
Es reicht. Mehr Mut zu Suffizienz!
Es reicht. Mehr Mut zu Suffizienz!
Es reicht. Mehr Mut zu Suffizienz!
Es reicht. Mehr Mut zu Suffizienz!
Wir verbrauchen mehr Ressourcen als uns zur Verfügung stehen. Ohne Begrenzung und das richtige Maß werden wir die Nachhaltigkeits- und Klimaziele nicht erreichen. Wir fordern ein Umdenken in Politik, Kirche und Gesellschaft.

Eine Erde für eine Strategie des Genug

Ohne Verringerung unseres Energie- und Ressourcenverbrauchs werden wir die Klima- und Nachhaltigkeitsziele nicht erreichen. Und dennoch scheint das Thema Suffizienz als zentrales Nachhaltigkeitsprinzip in der politischen Debatte keine Rolle zu spielen. Eine Erde fordert daher ein Umdenken in der Politik. Wir nehmen dazu drei konkrete Politikbereiche in den Blick, die auch für uns als kirchliche Institutionen von großer Relevanz sind: Gebäude, Beschaffung / Konsum und Mobilität. 

Suffizienz bedeutet...

  • eine Kultur des Teilens und des bewussten Umgangs mit bestehenden Ressourcen,
  • das Einüben neuer sozialer Routinen, 
  • eine neue Organisation der Ressourcennutzung (Kreislauf).

Dieses Handlungsprinzip wollen wir auch in den eigenen Organisationen und Institutionen anregen und umsetzen. 

Beschaffung/ Konsum

Für eine ressourcenschonende Gestaltung und Nutzung von IT

IT Suffizienz

Die Digitalisierung hat Leben und Arbeiten in vielen Bereichen erleichtert. Sie geht jedoch mit einem enormen Verbrauch an Energie und Ressourcen einher. Die rasante Ausbreitung von KI-Anwendungen wird diesen Verbrauch sprunghaft erhöhen. Wir wollen mit unserem Projekt "IT, die zu uns passt. Digital leicht leben" ab September 2026 stärker die Notwendigkeit einer ressourcenschonenden Gestaltung und Nutzung digitaler Infrastrukturen insbesondere im kirchlichen Raum bewusst machen und unterstützen. Dazu zählen der fachliche Austausch, Daten-Putztage, Workshops und weitergehende Informationen.

Aktuelle Hinweise und Studien zeigen, dass ungenutzte und nicht gelöschte Dateien in Netzwerken einen erheblichen Teil des Speicherplatzes verbrauchen können. Statistiken zeigen, dass bis zu 30–50 % des Speicherplatzes durch ungenutzte oder vergessene Dateien belegt sein können, insbesondere wenn keine regelmäßige Bereinigung stattfindet. Weltweit verursacht Datenmüll – also Informationen, die zwar erfasst und gespeichert, aber nie tatsächlich genutzt werden – Schätzungen zufolge jährlich mehr als 5,8 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen, was in etwa den jährlichen Emissionen von 1,2 Millionen Autos entspricht. Cloud-Speicher und Backups verursachen nach wie vor einen realen Energieverbrauch und Emissionen, auch wenn die Menschen „die Cloud“ als unsichtbar betrachten. Ein großer Teil der Daten, die wir online speichern, ist im Grunde verschwendet. Die Aufbewahrung kostet reale Energie und verursacht reale CO₂-Emissionen, da Rechenzentren sie ständig mit Strom versorgen und kühlen müssen.

Typische Quellen für solchen „Datenmüll“ sind:

  • Vergessene Dateien wie alte Downloads, ungenutzte Programme, temporäre Dateien und Altlasten, die sich unbemerkt ansammeln. Besonders große, unstrukturierte Datenmengen oder viele kleine Dateien in einem Ordner können die Festplatte zusätzlich belasten.
  • Papierkörbe und Backups: Gelöschte Dateien landen oft im Papierkorb oder in automatischen Backups und belegen weiterhin Speicherplatz, bis sie endgültig entfernt werden. Auch Cloud-Synchronisierungen und App-Caches können im Hintergrund Speicher belegen, ohne in der normalen Dateiansicht sichtbar zu sein.
  • Netzwerkfreigaben und Netzwerkserver: Auf Netzwerklaufwerken und Servern können ungenutzte Dateien in freigegebenen Ordnern oder im Netzwerk-Papierkorb Speicherplatz blockieren, selbst wenn sie als gelöscht gelten.

Warum speichern wir so viele Daten?

  • Zero‑Cost‑Illusion: Speicher wirkt unbegrenzt, also wird alles aufgehoben.
  • Angst vor Datenverlust: „Vielleicht brauche ich das später.“
  • Fehlende Übersicht: Nutzer:innen wissen nicht, was Speicher frisst.
  • Keine Konsequenzen: Niemand spürt direkt, dass Daten teuer sind (Backup, Energie, Compliance)

Welche Vorteile hat es, die Datenmenge zu verringern?

  • Reduktion der CO₂-Emissionen – kleine Maßnahmen, große Wirkung für unseren Planeten.
  • Verlängerung der Lebensdauer Ihrer Geräte – sorgen Sie dafür, dass sie länger reibungslos laufen.
  • Schnelleres Teilen und Finden von Informationen – weniger Unordnung, mehr Geschwindigkeit.
  • Erhöhung der Datensicherheit – weniger Risiken, mehr Sicherheit.
  • Schaffen von Speicherplatz und Sparen von Kosten – mehr Platz auf Festplatten und Servern bedeuten weniger Ausgaben

Einige Anregungen, wie du einfach die Datenmengen verringern kannst: 

  1. Botschaft in E-Mail-Signatur einfügen: Kennst du den Hinweis "Think before you print"? Warum nicht auch einen Hinweis zum Speichern von E-Mails hinzufügen z.B. "Löschen statt Speichern – ein Klick für unsere Erde.". Die Empfänger:innen der E-Mails nehmen diesen Hinweis vielleicht wahr und denken selbst darüber nach. 
  2. Transparente Speicheranzeigen - Visualisierungsmöglichkeiten: Menschen nehmen Bilder oder Visualisierungen stärker zur Kenntnis als Texte. Mit einem Ampelsystem (Grün/Gelb/Rot), persönlichen „Top Speicherfresser“-Listen oder monatliche Speicherreports könnte leicht eine Übersicht über die Entwicklung der Speicherkapazitäten visualisiert werden.
  3. Automatische Lösch- und Archivierungsregeln: Nutzer:innen müssen nicht aktiv löschen – das System übernimmt. Tools wie WizTree, WinDirStat oder Disk Savvy helfen, solche Speicherfresser zu identifizieren und zu analysieren, indem sie ungenutzte Dateien und Ordner in Netzwerken scannen und visualisieren. Die Regel könnte z.B. sein: Auto‑Archiv nach 90 Tagen, Auto‑Löschung temporärer Dateien oder Versionierung statt Kopien.
  4. Gamification: Klingt albern, funktioniert aber hervorragend. Ein spielerischer Umgang oder Wettbewerb kann motivieren, dass die Nutzer:innen regelmäßig ihre Daten löschen. Mögliche "Wettbewerbe" sind z.B. „Speicher‑Spar‑Score“, Badges für effiziente Datenhaltung oder Team‑Challenges („Reduziert 10 % bis Monatsende“)
  5. Kosten sichtbar machen: Nicht Geld – sondern Auswirkungen: Dies können sein: CO₂‑Verbrauch pro GB, Backup‑Zeit pro GB oder Risikoindikatoren (z. B. Altdateien ohne Eigentümer)
  6. Standardisierte Speicherorte: Chaos entsteht durch dezentrale Ablage. Klare Ordnerstrukturen, Verbot lokaler Schattenarchive und  automatische Sortierung nach Dateityp schaffen Ordnung und Überblick.
  7. Nutzerfreundliche Aufräumwerkzeuge:  Ein Klick statt manuellem Suchen. Hier bieten sich an: Duplikatfinder, „Älteste Dateien zuerst“-Ansicht oder KI‑Vorschläge: „Diese Dateien wurden 2 Jahre nicht geöffnet“.
  8. Verhaltensregeln in Richtlinien verankern: Nicht als Drohung, sondern als klare Erwartung. Die Richtlinie könnte zum Beispiel die folgenden Punkte enthalten: Maximalgrößen für Projektordner festlegen, Pflicht zur Löschung nach Projektende, Verantwortlichkeiten für Datenbestände festlegen. Wenn ein Projekt abgeschlossen wird, wird der gesamte Ordner automatisch in einen „Cold Storage“ verschoben und nach 12 Monaten gelöscht – außer die Projektleitung markiert ihn als „relevant“.

Mini‑Checkliste für sofortige Umsetzung:

  • Auto‑Archivierung aktivieren
  • Speicherampel einführen
  • Duplikatfinder bereitstellen
  • Projektlebenszyklus-Regeln definieren
  • CO₂‑Verbrauch pro GB anzeigen

Weitere Hinweise

Leitfaden und Anregungen sind beim Digital Cleanup Day HIER zu finden. 

Alle Informationen zum Thema "Datenmengen reduzieren" sind hier zusammengefasst.

Veranstaltungen

Gebäude

Für eine ressourcenschonende Nutzung von Gebäuden

Gebäudesuffizienz

Gebäude verbrauchen Flächen, Baustoffe und Energie und tragen durch ihre Errichtung und Nutzung entscheidend zum Klimawandel bei. Gleichzeitig fehlt vor allem in den Ballungszentren bezahlbarer Wohnraum. Wohnungsnot und Klimaschutz scheinen in einem Zielkonflikt zu stehen. Unterschätzt wird dabei das enorme Potenzial einer besseren Auslastung und Nutzung im Gebäudebestand. Angesichts der großen Chancen und Vorteile von Suffizienz im Gebäudebereich fordern wir einen Richtungswechsel im Bauwesen und in der Wohnungspolitik. Hierzu haben wir 2025 politische Forderungen entwickelt mit dem Ziel, der effizienten Nutzung des Gebäudebestands Vorrang vor Neubauten zu geben, und waren dazu im Austausch mit Politiker:innen. 

Grundlage für das Positionspapier und unsere Forderungen war ein Dialogprozess mit Wissenschaft, Fachgruppen und Umweltverbänden, dessen Ergebnisse in einem Impulspapier dokumentiert wurden. Hier können diese nachgelesen werden. 

Positive Beispiele Gebäudenutzung