1. Theologie schärfen!
Paradising liest biblische Paradieserzählungen neu und fordert so auch theologisch bewährte Ansätze heraus. Die Geschichte vom Garten Eden nicht als abgeschlossene Ursprungsgeschichte zu verstehen, sondern als Orientierungserzählung für das Handeln im Anthropozän, ist nur ein Ansatz. Was heißt „Bebauen und Bewahren“ angesichts planetarer Grenzen? Wie fügt sich die Reich-Gottes-Vorstellung darin ein, und wie wirkt biblische Auslegung als Grundlage für gemeinschaftsstiftendes Agieren?
2. Normalität anfragen!
Vom Saunaparadies bis zur Yacht vor dem weißen Strand – unsere Kultur hat aus dem Paradies für Viele eines für Wenige gemacht. Solche Normalitätsvorstellungen von Besitz und Luxus sind ein Grund dafür, dass wir trotz besseren Wissens in einer Hochemissionsgesellschaft leben. Das könnte jedoch auch ganz anders aussehen.
3. Normen begründen!
Der Klimawandel als wissenschaftliches Faktum enthält noch keine Handlungsanweisungen. Diese müssen wir gemeinsam erarbeiten. Normative Ansätze entstehen dabei auch durch die Auseinandersetzung mit den katastrophalen Prognosen und im Zusammenhang mit bestimmten Ideen und Konzepten von Gerechtigkeit, Freiheit und Menschenwürde und deren Verständnis. Sie brauchen einen gesellschaftlichen Verhandlungsprozess.
4. Sprache verändern!
Theologische Ansätze brauchen Komplexität und Tiefe. Doch wenn Theologie inklusiv sein und Wirkung erzielen will, muss sie übersetzt werden. Wir wollen uns unsere Vorstellung vom Paradies zurückerobern und die Anfänge neu als Beziehungsarbeit zwischen Menschen, zwischen Mensch und Mitwelt und Mensch und Gott verstehen und erzählen. Unser einziges Paradies ist die Erde, unser Raum für Gottesbeziehung und alle anderen Verbindungen.
