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Gebäudesuffizienz:Konstruktiv im Dialog zur Bauwende

Gespräche im Rahmen der Aktion „Gebäude nachhaltig mit Leben füllen!“

Mit der Aktion "Gebäude nachhaltig mit Leben füllen!" wollen wir den Richtungswechsel im Gebäudesektor unterstützen, denn Gebäude verbrauchen Flächen, Baustoffe und Energie und tragen durch ihre Errichtung und Nutzung entscheidend zum Klimawandel bei. Gleichzeitig fehlt vor allem in den Ballungszentren bezahlbarer Wohnraum. Es stellt sich daher die Frage, wie sich Wohnraummangel, Flächenverbrauch und Klimaziele besser miteinander in Einklang bringen lassen.

Dazu haben wir in den vergangenen Wochen mit Bundestagsabgeordneten der CDU, SPD, Grünen und der Linken aus dem Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen sowie dem Umweltausschuss und mit dem Bauministerium gesprochen. Ein besonderer Fokus bei den Terminen lag dabei auf der effizienteren Nutzung des Gebäudebestands und mit welchen politischen Maßnahmen dieses Potenzial gehoben werden kann. Diese reichen von der Entwicklung einer Muster-Umbauordnung, über gezielte Förderprogramme bis hin zur Förderung kommunalen Wohnraummanagements. Alle Gesprächspartner:innen zeigten sich offen für den Austausch und die Anregungen. 

In Ansätzen sind diese bereits vorhanden bzw. werden diskutiert. Die Änderungen im Baugesetzbuch z.B. ermöglichen das Bauen im Bestand, auch wenn in der Öffentlichkeit viel mehr vom Neubau gesprochen wird. Förderprogramme zur Umnutzung von Büroflächen in Wohnraum gehen in diese Richtung.

Das im April veröffentlichte Gutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen "Zirkulär bauen: Bestand erhalten, Kreisläufe schließen" hebt hervor, dass Bauen im Bestand sowohl Klima als auch Rohstoffe schont und langfristig Kosten sparen kann. Statt Gebäude abzureißen und rohstoff- sowie emissionsintensiv neue zu errichten, sollte der Bestand möglichst erhalten und flexibel an Wohnbedürfnisse angepasst werden. Baumaterialien sollten konsequent wiederverwendet und im Kreislauf geführt werden. Durch Bestandserhalt werden weniger neue Flächen versiegelt und weniger Primärrohstoffe verbraucht – ein wichtiger Beitrag in Zeiten knapper Ressourcen und wachsender Nutzungskonflikte. Schadstofffreie Materialien erleichtern die Wiederverwendung und dienen direkt der Gesundheit der Bewohner:innen. Damit zirkuläres Bauen stärker in die Umsetzung kommt, hat der SRU fünf Ansatzpunkte identifiziert: Digitalisieren, Qualifizieren, Fördern, Kreisläufe durch rechtliche Steuerung schließen und die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand.

Als Eine Erde werden wir in den kommenden Wochen weitere Dialoge mit politischen Entscheidungsträger:innen führen und die Forderungen aus der Stellungnahme als Argumentation mit aufnehmen. Wenn die politischen Rahmenbedingungen günstiger werden, hilft dies auch der eigenen kirchlichen Immobilienentwicklung und Bestandsnutzung.