Beim Fasten, so könnte man meinen, und besonders beim Klimafasten, geht es um Begrenzung und Beschränkung. Soviel du brauchst – aber eben nicht mehr. Genug ist genug? Im Johannesevangelium sagt Jesus: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge“ (Johannes 10,10). So hat zumindest Martin Luther übersetzt. Das klingt recht genügsam. Wörtlich übersetzt aber steht da: Das Leben in Fülle. Oder sogar: im Überfluss. Genug ist also bei Jesus nicht genug. Im Gegenteil: Soviel du brauchst – und noch viel mehr!
„Wie viel ist genug?“ Diese Frage begleitet uns in diesem Jahr durch alle sieben Fastenwochen. Sie lädt uns ein, neu hinzuschauen: Was haben wir im Überfluss? Wofür sind wir beschenkt? Wie können wir die Gemeinschaften bereichern, in denen wir leben? Schritt für Schritt entdecken wir, was jede*r Einzelne – und wir gemeinsam – bewirken können. Wie fülle ich die Zeit, die ich habe? Wie gelingt ein Leben, das gerecht ist – auch für andere? Wie werde ich meiner Verantwortung gerecht?
Klimafasten lädt ein, sich in Fastengruppen zusammenzufinden, die ökumenische Gemeinschaft zu (er)leben und jeder Woche einen anderen Aspekt der Frage „Wie viel ist genug?“ zusammen zu ergründen.
