Vom 1. September bis 4. Oktober begehen die christlichen Kirchen die Schöpfungszeit, eine Zeit des Umdenkens, in der die Verantwortung des Menschen für die Bewahrung von Gottes Schöpfung im Fokus steht. „Zu lange ist dieses Kernthema christlicher Ethik in den Hintergrund gerückt“, sagt der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Thorsten Latzel, mit Blick auf den Dürre-Sommer 2026 mit Waldbränden, vertrockneten Flüssen und tausenden Hitzetoten.
„Die ökologischen Herausforderungen lassen sich nicht allein technisch oder moralisch bewältigen“, so Latzel. „Wir müssen uns selbst neu verstehen: Wir sind ein Teil von Gottes Schöpfung, sie ist keine Ware, keine Selbstverständlichkeit und kein Privatbesitz.“ Dabei betont er: „Unser Lebensstil hat Folgen im Positiven wie Negativen – und er kostet Menschen das Leben. Um es deutlich zu sagen: Wir erleben gerade unsere Schöpfungs-Prüfung.“
Aus diesem Anlass hat er zehn Leitlinien für den Umgang mit Gottes Schöpfung verfasst, um darüber nachzudenken, was wir zu ihrer Bewahrung beitragen können.
10 Gebote für die Schöpfungszeit
1. Gott hat die Welt geschaffen, du bist ein Teil davon.
Behandle Gottes Schöpfung mit Ehrfurcht, sie ist kein Privatbesitz.
2. Du sollst Tiere und Pflanzen schützen – sie sind Geschöpfe wie du.
Im Reichtum der Arten spiegelt sich Gottes überfließende Liebe.
3. Du sollst das Klima bewahren als Raum für alles, was lebt.
Schaffe Schutz vor Hitze mit Bäumen, Grün, Wasser und kühlen Orten.
4. Du sollst Wasser als Lebensquelle achten und allen zugänglich machen.
Es ist keine Ware. Jeder Mensch hat das Recht auf sauberes Wasser.
5. Du sollst auf die Schwächsten achten.
Kranke, Kinder, Alte, Arme leiden am stärksten, wo die Schöpfung zerstört wird.
6. Du sollst Lebensmittel teilen – und Reste bewahren.
Was Menschen satt macht, gehört auf den Tisch, nicht in die Tonne.
7. Kehre um, wo die Schöpfung verletzt wird.
Wüstenzeiten sind Zeiten des Innehaltens und Umdenkens.
8. Genieße das Leben, statt es zu konsumieren.
Du gewinnst, wenn du aufhörst, immer mehr haben zu müssen.
9. Gib mit freiem Herzen und offen Händen – es ist genug für alle da.
Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung gehören zusammen.
10. Lebe Hoffnung für Gottes Welt.
Die Schöpfung wartet darauf, dass wir gemeinsam anfangen, anders zu leben.
