Zum Inhalt springen

Schöpfungszeit:Rückblick auf die Schöpfungszeit 2026

Gestern endete die Schöpfungszeit 2026 und wir blicken zurück auf fünf ereignisreiche Wochen...
Getreidefeld im Sonnenschein

Die Schöpfungszeit 2026 stand im Zeichen von Hoffnung, ökumenischer Zusammenarbeit und dem gemeinsamen Einsatz für eine gerechte Zukunft. Gemeinsam mit zahlreichen Mitgliedsorganisationen, Kirchen und Engagierten setzte das Netzwerk zwischen dem 1.9. und 4.10. deutschlandweit wichtige Zeichen für die Bewahrung der Schöpfung und die sozial-ökologische Transformation.

Ein zentraler Baustein war schon im sechsten Jahr der Schöpfungszeitkalender 2026, der Gemeinden, kirchlichen Gruppen und Einzelpersonen tägliche Anregungen, spirituelle Impulse und praktische Ideen für ein schöpfungsgerechtes Leben bot. Der Kalender unterstützte viele Menschen dabei, die Schöpfungszeit bewusst zu gestalten und den Zusammenhang von Glauben und Klimagerechtigkeit neu zu entdecken. Wir freuen uns sehr, dass der Kalender immer mehr Anklang findet!

Zum Start der Schöpfungszeit startete Eine Erde auch die Suche nach dem Hoffnungswort 2027. Mit dem Aufruf werden Menschen eingeladen, Begriffe einzureichen, die Mut machen, Zuversicht schenken und Orientierung für den notwendigen sozial-ökologischen Wandel geben. Das Projekt knüpft an unsere Überzeugung an, dass gesellschaftliche Veränderungen nicht allein durch politische Maßnahmen gelingen, sondern auch von positiven Zukunftsbildern und einer Kultur der Hoffnung getragen werden müssen. Vorschläge können bist zum 31. Mai eingereicht werden, die Abschlussveranstaltung ist für das Ende der Schöpfungszeit 2027 geplant.

Ein Höhepunkt war erneut die bundesweite Feier des Ökumenischen Tags der Schöpfung am 4. September 2026 in Marburg. Unter dem Leitwort „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“ (Hiob 38,18) lud die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) dazu ein, die Vielfalt und Schönheit der Schöpfung neu wahrzunehmen und die Verantwortung des Menschen für ihre Bewahrung zu reflektieren. Das Programm umfasste Begegnungen und Führungen im Alten Botanischen Garten, einen ökumenischen Gottesdienst in der Elisabethkirche sowie einen öffentliche Gesprächsabend zur Bedeutung der Biodiversität.

Besonders sichtbar wurde dabei auch die Rolle des Netzwerks Eine Erde: Referentin Matilda Franz moderierte das Podiumsgespräch „Biodiversität bewahren – Verantwortung des Menschen für die Vielfalt der Schöpfung“. Im Gespräch mit dem Marburger Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, dem Präsidenten der Philipps-Universität Marburg, Prof. Dr. Thomas Nauss, sowie der EKD-Beauftragten für Schöpfungsverantwortung, Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, wurden konkrete Wege diskutiert, um Artenvielfalt zu schützen und die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Politik und Kirche zu stärken. Dabei wurde deutlich, dass die Bewahrung der Biodiversität eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe ist.

Auch das Franziskusfest in Dortmund setzte während der Schöpfungszeit ein starkes Zeichen. Unter dem Motto „800 Jahre – einfach leben – Franz von Assisi“ erinnerten das Erzbistum Paderborn und die franziskanischen Gemeinschaften an das Erbe des heiligen Franziskus. Mit Musik, Workshops, kreativen und spirituellen Angeboten sowie einem gemeinsamen Gottesdienst stand die Frage im Mittelpunkt, wie ein einfaches, solidarisches und schöpfungsverantwortliches Leben heute gelingen kann. Die Botschaft des heiligen Franziskus von Frieden, Gerechtigkeit und der Verbundenheit mit der Mitwelt wurde dabei auf vielfältige Weise erfahrbar gemacht und auch von Matilda Franz in einem konstruktiven Workshop vertieft.

Zum Abschluss der Schöpfungszeit haben wir außerdem unseren Ökumenischen Appell für eine gerechte Klima- und Energiepolitik veröffentlicht. Gemeinsam mit Misereor und zahlreichen kirchlichen Organisationen wird die Bundesregierung aufgefordert, den Ausbau erneuerbarer Energien konsequent voranzubringen, den Ausstieg aus fossilen Energien verbindlich abzusichern und die Energiewende sozial gerecht zu gestalten. Der Appell betont die besondere Verantwortung der Kirchen für die Bewahrung der Schöpfung, globale Gerechtigkeit und den Schutz derjenigen Menschen, die weltweit am stärksten unter den Folgen der Klimakrise leiden. Gleichzeitig warnt er vor politischen Rückschritten im Klimaschutz und vor neuen fossilen Abhängigkeiten.

Und über unsere Aktivitäten in der Geschäftsstelle hinaus haben viele Mitgliedsorganisationen und Gemeinden die Schöpfungszeit vor Ort gefeiert – mit Gottesdiensten, Vorträgen, und kreativen Ideen. Schreibt uns gerne, was ihr dieses Jahr erlebt habt und was sich bewährt, um gemeinsam die Schöpfung zu feiern!

Die Schöpfungszeit 2026 hat gezeigt, wie vielfältig das Engagement im Netzwerk Eine Erde ist. Zwischen spiritueller Vertiefung, ökumenischen Begegnungen, öffentlicher Debatte und politischem Einsatz wurde deutlich: Die Bewahrung der Schöpfung bleibt eine zentrale Aufgabe christlicher Verantwortung. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern setzen wir  weiterhin auf Hoffnung, Vernetzung und konkretes Handeln für eine gerechte und lebenswerte Zukunft!