Kollapsbewusstsein:Kirchengemeinden als Resilienz-Anker in gesellschaftlichen Krisen und Kollapsen

Wie reagieren Kirche und Diakonie auf die immer spürbarer werdenden Klimafolgen – auf Hitze, Trockenheit, Wasserknappheit und Extremwetterereignisse? Was ist, wenn sich die Klimakrise (gepaart mit weiteren Krisen) so weit verschärft, dass selbstverständlich geglaubte Infrastrukturen und Lieferketten regelrecht kollabieren?
Nicht nur die Extremwetterereignisse, auch die Corona-Pandemie und der russische Angriffskrieg auf die Ukraine haben verdeutlicht, wie verwundbar Gesellschaften sind und wie wenig vorbereitet viele Staaten auf Mehrfachkrisen sind. Das, was wir brauchen, ist kollektive Krisenresilienz.
Die Schlüsselelemente dafür sind alternative Infrastrukturen und vertrauensvolle Gemeinschaften. Am besten ist es daher, jetzt in alternative Versorgungsstrukturen und soziales Miteinander zu investieren. Umso mehr Menschen vorbereitet sind, umso mehr alternative Infrastrukturen entwickelt sind, umso mehr solidarische Gemeinschaftsformen etabliert sind, desto besser ist es für alle.
Es ist gut, gut vorbereitet zu sein. Vorbereitung bedeutet, handlungsfähig zu werden. Doch trotz steigenden öffentlichen Interesses infolge aktueller Krisen, gibt es wenig konkrete Ansätze, um die Gesellschaft krisenresilienter zu machen.
Gerade Kirche und Diakonie sollten die Bedeutung dieses Themas erkennen und den Kairos nutzen. Das Engagement rund um die beiden Schlüsselfaktoren Infrastrukturen und Gemeinschaften kann für die Kirche vitalisierend sein: Kirchengemeinden haben hier viel zu bieten und gleichzeitig würden sie sich selbst dadurch weiterentwickeln.
Die Kirchengemeinden sind von allen zivilgesellschaftlichen Organisationen am stärksten in der Fläche vertreten und können ihre bereits vorhandenen Infrastrukturen und Gemeinschaftsformen mit dem Engagement der Mitglieder, einigen klugen Ideen und verhältnismäßig wenig Geld zu stadtteilbezogenen „Inseln der Krisenresilienz“ entwickeln.
Wer sich mit Krisenresilienz und „Kollapsbewusstsein“ beschäftigt, wird feststellen, dass dieses Thema nicht nur von Schwere geprägt ist, sondern an vielen Stellen sehr konstruktiv geführt wird. Kann es vielleicht sein, dass uns Krisenvorbereitung zu einer neuen gemeinschaftlichen Gestaltungskraft führt?
Interessanter Weise haben die Debatte um kollektive Krisenresilienz und das Nachhaltigkeits-Engagement große Schnittmengen. Der Zusammenhang von Nachhaltigkeit und Krisenresilienz ist spannend und noch gar nicht so stark im Blick. Wir wollen anfangen, diesen Blick zu schärfen und schauen, wie wir nachhaltiger & krisenresilienter leben können.
An den beiden Online-Abenden führt Dr. Martin Horstmann in die Grundidee einer Kirchengemeinde als "Resilienz-Anker" ein. Danach wird gemeinsam nach konkreten Möglichkeiten und Umsetzungsideen gesucht.